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Allgemein

Warum ist der Begriff «Dampfabzug» nur halb richtig?

Von Willi Wescoli
17 Februar 2020
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Wir sprechen umgangssprachlich oft von einem «Dampfabzug». «Kannst du bitte den Dampfabzug einschalten beim Kochen?», «Ich muss noch den Fettfilter des Dampfabzugs putzen» oder «Der Dampfabzug läuft noch.»
Dieser Begriff ist aber eigentlich nur halb richtig. Ein Dunstabzug erfasst nämlich nicht nur Dampf.   

Begriffsdefinition Dunstabzugshaube

Unter einer Dunstabzugshaube (In Deutschland auch oft: Wrasenabzug) versteht man ein Gerät zum Absaugen und Filtern des beim Kochen entstehenden Koch- und Bratdunstes. Fachsprachlich wird der Koch- und Bratdunst auch als Wrasen bezeichnet.

Ein Dunstabzug besteht grundsätzlich aus einem Lüfter, der die Luft ansaugt, und Fettfiltern, an denen sich die Fette aus dem Kochdunst abscheiden. Dann wird die Luft über ein Abluftrohr nach draussen geführt oder bei Umluftlösungen durch den Geruchsfilter zurück in die Küche geleitet.

Die erste Dunstabzugshaube für den Hausgebrauch wurde übrigens in den 1940er Jahren von der Firma Vent-A-Hood in den USA entwickelt und auf den Markt gebracht.

Dunstabzugshauben dienen im Wesentlichen drei Zwecken

Dunstabzüge sind aus der Küche nicht mehr weg zu denken, dabei dienen sie den folgenden drei Hauptzwecken:

  1. Der Dunstabzug entfernt Fett aus dem beim Kochen und Braten aufsteigenden Dunst. Das Fett setzt sich am Fettfilter ab oder wird in Luftwirbeln durch Zentrifugalkraft abgeschieden.
    Ohne Dunstabzug verteilt sich das Fett aus der Raumluft auf Gegenständen, Möbeln, an Wänden und Decken.
  2. Der Dunstabzug entfernt Kochgerüche aus der Raumluft. Die vom Fett gereinigte aber geruchsbelastete Luft wird entweder durch ein Abluftrohr vom Dunstabzug nach draussen geblasen, oder wenn eine Umlufthaube im Einsatz ist, durch z.B. Aktivkohle gereinigt und dann wieder der Raumluft zugeführt.
  3. Der Dunstabzug entfernt Wasserdampf aus der Küchenluft. Beim Koch-, Brat- oder Backvorgang entstehen regelmässige grosse Mengen an Wasserdampf. Diese Feuchtigkeit muss abgeführt werden, ansonsten schlägt sie sich als Kondensat an den kältesten Stellen nieder und begünstigt somit die Schimmelbildung.

Dampf und Dunst sind nicht dasselbe

Unter Dampf versteht man meistens umgangssprachlich die sichtbaren Dampfschwaden von kondensierendem Wasserdampf. Dampfschwaden sind sichtbar, weil sich mikroskopisch kleine Tröpfchen gebildet haben, wie wir es auch von Wolken und Nebel kennen.
Als Dunst in der Küche wird wasser- und fetthaltige Abluft bezeichnet. Kochdunst enthält also ebenfalls Wasserdampf, aber zusätzlich auch noch Fette und Öle vom Braten. Darum muss der Abzug nicht nur den Wasserdampf absaugen, sondern auch noch die Fette rausfiltern und bei umluftbetriebenen Geräten den Kochgeruch adsorbieren.  

Wenn man also von «Dampfabzug» spricht, dann beschreibt man dabei nur eine von drei Hauptfunktionen des Gerätes. Der Begriff Dunstabzug passt darum viel besser, weil er die Erfassung von Kochdünsten meint, welche gleichzeitig Wasserdampf beinhalten und durch den Fettgehalt auch unangenehme Kochgerüche transportieren.

Der Autor

Willi Wescoli

Küchenlüftungsexperte
Willi Wescoli ist langjähriger Mitarbeiter der WESCO AG und unterstützt das Team tatkräftig als Experte bei allerlei Lüftungsfragen. Die grosse Ähnlichkeit seines Namens mit dem der Firma ist purer Zufall. Recherchen innerhalb des Familienstammbaumes haben ergeben, dass weder mütterlicher- noch väterlicherseits eine Verwandtschaft besteht.

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